Paris will seine Champs-Élysées retten

Wie im Welt Artikel zu lesen war verdrängen internationale Ketten immer mehr angestammte Mieter. Die Stadt hat nun H&M & Co den Kampf angesagt. Die Modeketten zahlen rund 9100 Euro Jahresmiete pro Quadratmeter.Wer bei solchen Preisen mithalten will, der muss Luxuswaren feilbieten wie Cartier oder Louis Vuitton. Oder er muss die Ausgaben als Werbeinvestition ansehen. Denn mit dem ewigen Touristenstrom und 100 Millionen Besuchern im Jahr bieten die Champs- Élysées den Weltmarken einen hohen Aufmerksamkeitsgrad.Jetzt ruft der unaufhaltsam wirkende Trend die Pariser Politiker auf den Plan. Denn der Mythos der Flaniermeile ist in Gefahr. Disney Stores und Marlboro Classics bieten Nachtschwärmern keinen Ersatz für schließende Kinos und Restaurants.

Im Januar soll die Stadt Paris ein Vorkaufsrecht bei Geschäftsaufgaben erhalten. Nach einer Studie im Auftrag der Stadt sind bereits 39 Prozent der 332 Geschäfte an den Champs-Élysées Bekleidungsläden. Mehr will Bürgermeister Bertrand Delanoë nicht zulassen. Bis Mitte 2007 will die Stadt mit der Handelskammer ein Entwicklungsschema für die Champs-Élysées erarbeiten, das auch Sportveranstaltungen und Feste mit einbezieht. H&M könnte als erster unter dem Kurswechsel leiden: Paris untersagte der schwedischen Modekette, 2008 einen 2800 Quadratmeter großen Laden zu eröffnen, obwohl sie laut „Monde“ schon 20 Millionen Euro an den Vermieter gezahlt hat. H&M kann das Verbot allerdings anfechten. Adidas hatte damit Erfolg.